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:: biographie von Renzo Ferrari ::
von Alessia Giglio

Renzo Ferrari wird am 8. Februar 1939 in Cadro, in der Nähe von Lugano, geboren. Nach Abschluss der obligatorischen Schule, zieht er nach Mailand, wo er das Kunstgymnasium besucht und dann an der Kunstakademie Brera studiert, unter anderen bei Luigi Santucci, Guido Ballo, Pompeo Borra, Luciano De Vita, Gianfilippo Usellini. Seine akademische Ausbildung schliesst Ferrari mit einer Doktorarbeit über das graphische Werk von James Ensor ab. Vor 1960 debütiert er mit Bildern, die noch der informellen Malerei verpflichtet sind, doch die weitere Entwicklung konzentriert sich immer stärker darauf, die Figur - das unverwechselbare Grundelement seines Schaffens - mit dem realen und mentalen Raum zu verschmelzen. 1962 hat er seine erste Einzelausstellung in der Mailänder Galleria delle Ore, die in den siebziger und achtziger Jahren regelmässig Arbeiten des Künstlers zeigen wird. In der Presse beginnen Kritiker über ihn zu schreiben, und 1964 erhält er den "premio Diomira" für seine Zeichnungen. Im selben Jahr nimmt er an einigen Gruppenausstellungen in Deutschland teil (Wanne-Eickel, Münster, Berlin). Er lernt das Werk von Permeke und Munch kennen und schätzen und besucht deren Museen in Jabbeke und Oslo. An der Biennale in Venedig kommt er in Kontakt mit der amerikanischen Pop Art, die ihn tief beeindruckt und eine bleibende Spur in seinem künstlerischen Weg hinterlässt. Diese Begegnung findet ihren Niederschlag in einer analytische Periode, während der Ferrari mit Techniken und Ausdrucksformen experimentiert. 1968 gelangt er in seiner künstlerischen Suche zu einer ganz eigenen Sprache, deren Schwerpunkt die "freie Figuration" ist. Mit Gajo - einem ironischen Vermittler zwischen der organischen und künstlichen Komponente - gelingt ihm eine Symbiose zwischen städtischer und naturhafter Vorstellungswelt. Kritiker wie Bruno, De Micheli, Quintavalle, Szeemann, Tassi, Testori anerkennen sein Schaffen, und 1974 wird ihm in Mailand der "premio Feltrinelli" verliehen. Die Reife des Künstlers bezeugen zwei Ausstellungen in Lugano, 1972 in der Cupola Arte Casa und 1975 im Centro Design sowie eine Einzelausstellung in der Mailänder Galleria Bergamini im Jahre 1977. In den Serien Teste und Urbani, die nach Mitte der siebziger Jahre entstehen, überwindet Ferrari den Dualismus von "innen und aussen" und entwickelt einen direkten, schrankenlosen Dialog zwischen Körperlichkeit und Psychismus. Mit den Figuren in Mimesi schafft der Künstler metaphorische Bilder für die Dramatik der Existenz, es sind Werke, in denen die larvenhafte Präsenz voll und ganz zum Ausdruck kommt. Im Laufe der achtziger Jahre zeigt sich eine stärkere Prägnanz der malerischen Materie, sei es durch streiflichtartige Farben, sei es durch biomorphe Figurationen, die dynamisch ineinander verschmolzen und verwoben sind. Bezeichnend für die Kompositionen dieser Periode ist eine Mischung aus einer Chronik der Ereignisse und Fotogrammen des Alltags. Während diesem besonders intensiven Jahrzehnt nimmt Ferrari an zahlreichen Gruppenausstellungen teil: in Parma ("L'opera dipinta", 1982; "Le strade: dieci pittori a Milano", 1989) und in Mailand ("Il segno della pittura e della scultura", 1983; "Un secolo d'arte a Milano", 1986; "Geografie oltre l'informale", 1987). 1990 widmet ihm die Civica Galleria d'Arte Villa dei Cedri in Bellinzona eine breit angelegte Ausstellung, die sein Schaffen von 1970 bis 1990 umfasst; 1999 wird in eben diesem Museum das Legat Ferrari begründet. Das neuere Werk des Künstlers ist im Museo Epper in Ascona zu sehen (1993), in der Galleria Bergamini in Mailand (1995), im Palazzo Sarcinelli in Conegliano (1995 und 1998), in der Galleria Centofiorini in Civitanova Marche Alta (1999) und im Broletto von Como (2003). Seit den neunziger Jahren und besonders ausgeprägt nach 1995 kontaminiert in Ferraris Bildern die Gegenwartszeit immer stärker mit einer rückwärts gerichteten, ursprünglichen Zeit. Werke des Künstlers befinden sich in öffentlichen Sammlungen (Civica Raccolta Bertarelli und Museo della Permanente in Mailand; Museo Civico di Belle Arti und Museo Cantonale d'Arte in Lugano; Civica Galleria d'Arte Villa dei Cedri in Bellinzona; Centro Studi e Archivio della Comunicazione dell'Università di Parma) und in Privatsammlungen in der Schweiz und im Ausland. Renzo Ferrari lebt und arbeitet in Mailand und kehrt oft nach Cadro zurück.

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