| TAMARO. Steine und Engel. Mario Botta und Enzo Cucchi. Ein Film von Villi Hermann Mein Film ist eine moderne Fabel. Es war einmal ein reicher Mann… Sie erzählt die Geschichte zweier Künstler, Mario Botta und Enzo Cucchi, die für einen Mäzen eine Kapelle bauen und ausschmücken. Beide machen die Arbeit gratis, weil der Mäzen ein Gelöbnis einhalten will; für seine verstorbene Frau eine Gedächtnis-Kapelle zu bauen. Eine Türe ins Paradies… Enzo Cucchi, aus Ancona/Rom und Mario Botta aus dem Mendrisiotto treffen sich auf 1600 Meter und gestalten in langjähriger Arbeit ein Gesamtkunstwerk. Der Bau dauer 4 Jahre. Ich begleitete die beiden Künstler seit 1993 mit der Kamera. Man kann nur während einer sehr kurzen Zeit auf dieser Berghöhe arbeiten, wegen der Kälte. Ich drehte während den Sommermonaten, als der Maler Enzo Cucchi mit seiner ganzen Familie und seinem Assistenten Claudio Di Giambattista in der Berghütte wohnten und an den 70 Meter langen Fresken arbeiteten. Mario Botta besuchte den Maler oft auf dem Berg Mt Tamaro, (ca.20km von Lugano entfernt). Mario Botta besuchte später Enzo Cucchi öfters in Rom, in einer "Pasolini-Gegend", wo er an den Steinplatten arbeitete. Auf dem Berg lag inzwischen bereits hoher Schnee. Die Jahreszeiten spielen eine ganz wichtige Rolle im Film. Ein Besuch in der Kartause in Padula, in der Nähe von Neapel und in der Heimatstadt Ancona bereichern den Film, man versteht somit, woher Enzo Cucchi seine malerischen Einfälle hat und warum ein "statischer Architekt" wie Mario Botta mit ihm zusammenarbeitet. Der Kapuziner Pater Giovanni Pozzi aus Lugano berät die beiden Künstler diskret. Die Musik von Paul Giger, der speziell für den Film Texte von Giovanni Pozzi vertont hat und eine "archaische Messe", auf seinem Violino d'amore, für uns in der unfertigen Kirche spielte, gibt dem ganzen einen "mystischen Hauch". Mario Botta hört ihm zu und die beiden reden über Akustik und Bergstille. Mein Film ist ein work-in-progress, wie die Kirche selbst war, weil dauernd abgeändert wurde. Für einen Architekten ist das Werk normalerrweise fertig, wenn es gezeichnet auf dem Papier liegt und von der Baukommission bewilligt wird. Hier gab es keine Kommissionen, keinen Bauplan, es wurde viel abgeändert, wie das Bild eines Malers, man überarbeitete es dauernd. Der Film endet damit, dass die Kirche innen plötzlich rabenschwarz verputzt wird. Warum und wie erfährt man im Film. Villi Hermann PS. Mehr über den italienischen Künstler Enzo Cucchi bei: Galerie Bischofberger, Zürich |
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