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Luigi Einaudi.
Notizen aus dem Schweizer Exil Luigi Einaudi.
Ein Film von Villi Hermann (2000)
Von Dogliani im Piemont flüchtet im September 1943
Luigi Einaudi, bereits 69 Jahre alt, mit seiner Frau Ida über die
Alpen (Col Fenêtre Durand) in die Schweiz. Turin war von der Wehrmacht
besetzt und der zukünftige Präsident der italienischen Republik
Italiens (1948) fühlte sich von dem faschistischen beziehungsweise
nationalsozialistischen Regime bedroht. Sie werden in Martigny und
Lausanne kurz interniert und zogen dann nach Basel. Er schreibt
anonym für die "Basler Nachrichten" und den "Beobachter" und lehrte
an den Universitäten Lausanne und Genf, in den so genannten "campi
universitari". In seinem Tagebuch aus dem Exil schreibt er von der
"Flucht der Völker vor dem Barbaren". Während seiner Schweizer Monate
in Basel, Genf, Lausanne und Lugano hat Luigi Einaudi ein telegrammartiges
Tagebuch geschrieben, das den Kern des Films bildet und vom italienischen
Schauspieler Omero Antonutti (Matlosa, Bankomatt) gelesen wird,
der auch Gespräche mit Zeugen auf dem Fluchtweg Einaudis führt.
Aufgrund des Tagebuchtextes erzählen noch lebende Zeitzeugen die
Emigration in die Schweiz oder die Begegnung mit Luigi Einaudi;
Schweizer, Italiener, Deserteure, Soldaten, Partisanen und jüdische
Flüchtlinge: Renata Aldrovandi Einaudi, Roberto Einaudi,
Amedeo und Eugenio Mortara, Mario und Giovanni Ferro,
Saverio Tutino, Giuseppe Di Stefano, Giuseppe Salto,
Lucetta Jarach Guastalla, Edgardo Sogno, Zaccaria
Aldo Curtaz, Mario Ansermin, Gérard Bolla, Ariberto
Mignoli, Giorgio Bocca, Ruggero Cominotti, Paolo
Della Valle, Federico Hindermann, Maria Gabriella
di Savoia, Francesca Pometta.
"Du hast Dich vor den Mächtigen von heute nicht verbeugt und hast
ein Leben der Wahrheit geführt. Keiner weiß, welche die wirkliche
Wahrheit ist; wir wissen nur, dass es nicht die ist, die vorgeben
wird..." schrieb Luigi Einaudi (1874-1961) an seinen Sohn Giulio
Einaudi, der berühmte italienische Verleger, am 17. August 1944
aus Basel. Sein Sohn Giulio Einaudi lebte ebenfalls von 1943-44
in Genf als politischer Flüchtling, ging aber bald wieder zurück
zu den Partisanen im Aostatal.
© Villi Hermann, Imagofilm Lugano 2000
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